Liechtensteiner Vaterland 21. April 2010 - Buchpräsentation "Wie das Leben schreibt..."

Epiphanie erweckt Poesie

An einem bewegenden und gleichzeitig frischen Abend nahmen die Besucher der Tangente gestern teil. Erika Kind, die von den Zuhörern dank ihrer humorvollen und liebenswerten Art sofort ins Herz geschlossen wurde, präsentierte ihren Gedichtband.
Eschen. – «Wie das Leben schreibt» ist nicht nur der Titel von Erika Kinds erstem Buch, er passte auch auf dessen Entstehungsgeschichte – und zwar bis zum Tag der Präsentation. Die Autorin erzählte zunächst ihre kleine Anekdote, die sich bei der Bestellung ihrer Bücher ereignet hatte: «Das war wie ein Krimi! Denn bei meinen bestellten Bücher unterlief ein Postfehler. Nachdem ich der Sache nachgegangen war, wartete ich nun nicht nur gespannt, sondern schon bangend und bammelnd auf den Postboten heute Morgen, der schliesslich die erwarteten Bücher doch noch im letzten Augenblick brachte.»
Spätestens nach diesem herzlichen Auftakt wurde klar, dass das Gedichteschreiben für Erika Kind ein absolutes Muss ist. Hätte ihr allerdings jemand vor etwa einem Jahr gesagt, dass sie am 20. April auf einer kleinen Bühne stehen würde, um ein Buch – ihr Buch – zu präsentieren, hätte sie demjenigen nicht geglaubt und ihn wahrscheinlich sogar ausgelacht.

Vision wird zur Manifestation
Wer kennt nicht das nagende Gefühl der Unzufriedenheit? Erika Kind fühlte genau diesen Unmut und ihr wurde einerseits bewusst, dass sie ihr Leben «ausleben» möchte und andererseits, dass es eine Person gibt, die ihr dabei ganz besonders im Weg stand: sie selbst. «Das war der Moment, an dem ich anfing, zu überlegen, was denke ich eigentlich den ganzen Tag? Was tue ich? Was sage ich? – kurz: Ich fing an, mich selbst zu beobachten», erläuterte die junge Autorin.
Daraufhin beschloss sie, ihr Leben umzukrempeln und mehr daraus zu machen. «Mit dieser Entscheidung erschienen auf einmal Wörter und Zeilen in meinem Kopf.» Nach einer kurzen Zeit fing sie an, diese Zeilen aufzuschreiben und daraus entstanden die rund 35 Gedichte in «Wie das Leben schreibt».

Unbeschreibliche Wirkung
Natürlich durften die Zuschauer, die gefesselt waren von ihrer Geschichte, in den Genuss einiger Kostproben kommen. Besonders emotional war Kinds Idee, nach jedem Gedicht ein passendes Musikstück zu hören. Mit ihrer Buchpräsentation und Werken wie «Der Weg zum Weg» oder «Manchmal wenn du traurig bist» zeigte sie, wie viel Gefühl in ein paar Wörtern stecken kann und welch unbeschreibliche Wirkung Poesie auf den Menschen hat. (rba)